Archive for the ‘Allgemein’ Category

Politcamp im Rückblick - erste Gedanken

Montag, März 22nd, 2010

Immer schlecht, wenn man nach einem mitorganisierten Event kaum Zeit für einen Rückblick hat. Aber ich will es wenigstens in Stichpunkten versuchen, positiv, neutral und negativ gemischt, ohne Wertung in der Reihenfolge (naja fast):

  • Wie auch das letzte Mal das größte Highlight waren die Diskussionen zwischen den Teilnehmern über Parteigrenzen hinweg. Wie immer auf solchen Veranstaltungen fanden die fruchtbarsten Gespräche in den kleinen Sessions oder im Foyer statt und nicht in den Podiumsdiskussionen im Saal. Das ist aber ein No-brainer (muss man angesichts einiger Kommentare zum Camp aber wohl doch nochmal betonen).
  • Ich finde es angesichts der doch sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten im Orga-Team immer wieder toll, wie gut die Zusammenarbeit auf dieser organisatorischen Ebene klappt. Ich habe sicherlich nicht die allergrößten politischen Schnittmengen zu Ralf Makolla von der CDU und auch Menschen aus dem Umfeld von Johannes Kahrs würde ich immer erst einmal mit Vorsicht genießen (hallo Valentin ;-)), aber diese Themen konnten wir für die überparteiliche Sache sehr gut ausblenden und irgendwie klappt es menschlich dann ja doch manchmal erstaunlich gut auch über die Parteigrenze hinweg
  • Ich mache eine Sessionplanung nie wieder mit Google Docs, das System-Feedback pro Eintrag von fünf Sekunden war angesichts der Zuteilung der knapp 40 Sessions innerhalb von 20 Minuten am Samstag etwas zu lang.
  • Ich hätte gern das nächste Mal wieder eine Mixxt-Community
  • Ich habe mich im Vorfeld darüber gewundert, dass einige in Frage gestellt haben, ob das ein “echtes” Barcamp sei. Ehrlich gesagt war ich noch nie ein Freund von Dogmatik (womit manche auch in meiner Partei Probleme haben). Wichtig ist, dass ein Camp offen für eigene Sessions ist. Wir hatten insgesamt glaube ich rund 50 freie Sessions bei ca. 10 vororganisierten. Ich fand es gut, dass einiges vororganisiert war, schließlich erhöht es den Reiz für viele Teilnehmer, wenn man auch mal ein paar Promis sieht. Wer diese nicht sehen wollte, konnte immer in mindestens drei Alternativsessions gehen. Komischerweise war gerade bei der promigsten Podiumsdiskussion der Saal berstend voll. Die Qualität der großen Sessions war aber zugegebenermaßen recht unterschiedlich.
  • Ich finde gut, dass unsere parteisystemkritischen Bohemians wie @mspro oder @plomlompom wieder dabei waren und sich auf den Dialog mit uns Parteifuzzies eingelassen haben - immer ein Gewinn. @plomlompom’s Session zu “Datenschutz als Ideologie” war wie zu erwarten eine der besten Sessions.
  • Überhaupt war ich von der Menge und Breite der Sessionbeiträge geradezu überwältigt: Ihr seid toll!
  • Ich hätte gern die Zeit gehabt, selbst eine Session vorzubereiten und anzubieten
  • Das nächste Mal sollten wir wieder im Frühsommer campen
  • Man sollte beim Grillen nicht immer erst eine Wurst auf den Grill legen, wenn sie bestellt wird.
  • Die Getränke waren zu teuer, aber das ist einfach eine Sache des Sponsorings. Freiwillige vor.
  • Das Essen war so mittelprächtig, aber einem geschenkten Gaul…
  • Noch mehr Streams und noch mehr Dokumentation wären toll. Liegt zum Teil am Sponsoring, kann das Team auch mehr Schwerpunkte setzen, müssen aber auch die Teilnehmer zu beitragen.
  • Die Twitterwall fand ich gar nicht so schlimm, da hatte ich nach den infantilen Tweets auf der letzten re:publica größere Sorgen. Das Twitterfeedback fand ich sowohl bei positiven wie negativen Dingen hilfreich.
  • Vom Politcamp geht keine Weltrevolution aus. Die netzpolitischen Themen müssen natürlich weiteren Raum in der Gesellschaft greifen, wie Nico es fordert. Aber ich finde es auch hilfreich, wenn man sich in der netzpolitischen Gemeinde, die angeblich so im eigenen Saft schmort, überhaupt mal bei einigen Punkten einig ist, bevor man die Welt missioniert. Da ist ja seit dem letzten Politcamp viel passiert (Netzsperren). Und ganz davon abgesehen gibt es auf dem Politcamp wesentlich weniger Netznerds als bei den meisten anderen 2.0-igen Veranstaltungen. Insofern ist das Politcamp ein richtiger Schritt auch in diesem Sinne. Noch offener werden: Gerne.

Ach so: Besser werden kann man natürlich immer. Mithelfen kann auch jeder.

Idee des Grünencamp revisited: Treffen auf dem Politcamp?

Montag, März 8th, 2010

Ich hatte ja vor mittlerweile fünf Monaten an dieser Stelle schon einmal die Idee eines Grünencamp entwickelt. Damals gab es viel Feedback und ich habe eine Mixxt-Community dafür gegründet. Aufgrund vieler anderer Projekte und auch angesichts des bevorstehenden Politcamp, bei dem ich ein bisschen mitorganisiere, kam das Thema zwischenzeitlich etwas unter die Räder - sorry. Die Idee ist aber nach wie vor aktuell! Deshalb möchte ich allen Interessieren anbieten, das Thema in einer Session auf dem Politcamp (am 20. und 21. März in Berlin) wiederzubeleben. Würde mich freuen, wenn viele Interessierte am Grünencamp auch dorthin kommen, damit wir die Idee des Grünencamps dort weiterentwickeln können. Ideen und Kommentare im Vorfeld - hier oder bei Mixxt - natürlich erwünscht.

fingeRWEg von der Meinungsfreiheit

Sonntag, April 5th, 2009

Eine unterstützenswerte Aktion von .ausgestrahlt: RWE bzw. deren Werbeagentur Jung von Matt - deren Anwalt übrigens “Herr Unsinn” heißt, das ist kein Witz! - will verhindern, dass urgewald weiterhin eine Satire-Werbung zu RWEs Schummel-Ökostrom veröffentlicht hält.


Hilf mit, die Werbungs-Satire weiter zu verbreiten und den Angriff auf die Meinungsfreiheit abzuwehren!

fingeRWEg

Die Aufklärung über das dubiose RWE-Angebot “ProKlima Strom” durch .ausgestrahlt und die Umweltorganisation urgewald gefällt dem Atomkonzern ganz sicher nicht. Nun droht die RWE-Werbeagentur Jung von Matt mit Schadenersatzforderungen, Strafanzeige, Anwalts- und Gerichtskosten, falls urgewald das oben abgebildete Motiv weiter verwendet. Aber natürlich gehe es nicht darum, “Ihre Vereinsarbeit zu behindern, Ihrem Verein die Äußerung einer Meinung zu verbieten oder Ihren Verein mit Kosten zu belasten”, schreibt Herr Unsinn, Anwalt der RWE-Agentur…

Mitmachen: Das Atom-Trio bloggen

Mehr zu der Aktion erfahren bei .ausgestrahlt

Reaktionen

Der Obama-Film: Perfekt inszeniert und dennoch glaubwürdig

Freitag, Oktober 31st, 2008

Natürlich ist der knapp 30-minütige Werbefilm von Barack Obama auch ein Meisterwerk des Politikmarketings. Aber zugleich ist er eine glaubwürdige Präsentation eines Mannes, der es wirklich anders machen will als seine Vorgänger. Der natürlich auch verspricht, Steuern zu senken, dem man das aber ganz ungewöhnlicherweise auch glaubt. Dem man abnimmt, dass er die Nöte des kleinen Mannes versteht und der ein unglaublich sympathisches Understatement betreibt. Das alles ist natürlich im Kontrast zu Bush und seiner unerträglichen lässig-arroganten texanischen Art und seinem dümmlichen Patriotismus besonders auffällig. Aber trotzdem kommt tatsächlich die Hoffnung auf, als könnte sich in diesem Land etwas grundlegend ändern. Man möchte gar nicht darüber nachdenken, was passiert, wenn Obama am Dienstag nicht gewinnt.


[vielleicht für ein Stadtteilblog ein weiter Ausflug in die Welt, aber Altonaer haben den Blick ja schon immer etwas weiter schweifen lassen]

Unaufdringlich schön, auch nach fast 30 Jahren

Samstag, Juli 12th, 2008

Fast jeder kennt ja den fast schon loriotesken Werbespot der Grünen zur Bundestagswahl 1980, umso überraschter war ich, als ich dieses zeitlose Schätzchen von 1979 bei youtube fand. So sehr ich mich über die positive Entwicklung der Grünen gerade in den letzten zehn Jahren freue, ich könnte fast alles unterschreiben, was in diesem Spot gesagt wird. Ganz nebenbei ist der Spot geradezu eine Ruheinsel im Videotrash von YouTube. Viel Spaß damit. 

Frohes neues Nichtraucherjahr

Mittwoch, Januar 2nd, 2008

Frohes neues Jahr allen Leserinnen und Lesern. Und wie froh ich schon heute war, als ich mittags das erste Mal rauchfrei einen Mittagstisch zu mir nehmen konnte. In einem Lokal, das vorwiegend von Zigarre rauchenden Kaufleuten besucht wird - die heute nicht zu sehen waren oder vor die Tür gingen. Es war aber dennoch brechend voll - von Kundenschwund keine Spur. Ich bin gespannt auf meinen ersten rauchfreien Abend in der Mutter oder im Saal 2. Kann ich mir noch gar nicht vorstellen.

Kommt Zeit, kommt neuer Beitrag

Mittwoch, Februar 21st, 2007

OK, es musste nicht unbedingt fast drei Monate bis zum nächsten Beitrag dauern. Aber als recht gute Ausrede kann ich darauf verweisen, dass ich zwischenzeitlich wieder Vater geworden bin. Da darf man die Prioritäten vielleicht kurzzeitig anders setzen.