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Schanzenkrawalle: Deeskalation versus Schutz der Bürger?

Dienstag, Mai 4th, 2010

Am letzten Wochenende gab es wieder die jährlichen Maikrawalle. Ich habe wie viele andere keine Lust mehr, dabei zuzusehen, wie das Viertel zum Abenteuerspielplatz von Idioten verkommt. Daher habe ich an meine Parteifreunde in der GAL mal eine Mail im interen GAL-Forum geschrieben. Er ist sehr emotional geschrieben. Ich will natürlich auch nicht Zustände wie bei einem G8-Treffen, aber man muss schon auch mal überlegen, was Deeskalation für die betroffenen Bürger bedeutet. Die Mail habe ich hier für eine Diskussion auch außerhalb der GAL einmal dokumentiert. Ich freue mich über praktikable Vorschläge, dem Problem zu begegnen.

Liebe Leute,

ich habe es wie viele andere (siehe Presseberichterstattung) in der Schanze satt, dass sich unser Stadtteil zum alljährlichen Spielfeld von gewaltbereiten Hohlköpfen entwickelt hat. Ich war eigentlich immer ein Vertreter von Deeskalationsstrategien, aber wenn das dazu führt, dass wie am Samstag dutzende Scheiben eingeworfen werden und Autos von Anwohnern zerstört werden, auf der Straße offene Brände in einem von Altbauten geprägtem Viertel gelegt werden, ohne dass man auch nur einen Polizisten sieht, dann komme ich zu dem Schluss, dass das vielleicht doch nicht so eine gute Strategie ist.

Man kann es nicht länger hinnehmen, dass uns hier die Infrastruktur von Sparkasse bis zur Drogerie kaputtgeschlagen wird, kleine Einzelhändler morgens vor kaputten Scheiben stehen und Anwohner ihr Fahhrad auf einer abgebrannten Barrikade wiederfinden. Diesmal fand ich es zudem persönlich sehr bedrohlich. Der Mob tobte zeitweise bei uns in der Bernstorffstraße, um sich an einer Baustelle mit Steinen zu versorgen. Ich bin eine Stunde am Fenster stehen geblieben, weil diese zum Teil angetrunkenen Idioten mit ihren Pflastersteinen direkt vor unserem Kinderzimmer (im Erdgeschoss) auf und ab gingen. In dieser bedrohlichen Situation - nebenan wurden Barrikaden errichtet und alles, was nicht niet- und nagelfest war, auf die Straße geworfen - habe ich die ganze Stunde lang keinen Polizisten gesehen. Übrigens ist es ein von Linken gern vorgetragener Mythos, dass das nur Pinnerger Krawallkiddies sind. Mindestens 50% der gesichteten Steinewerfen hatten die szeneübliche schwarze Autonomentracht an und viele auch politische Badges wie schwarz-rote Sterne etc.

Es mag ja sein, dass Deeskalationsstrategien gut für die Berichterstattung in der Presse sind, ob sie auch gut für die betroffenen Bürger ist, möchte ich hiermit öffentlich anzweifeln.

Beste Grüße

Lars Brücher, KV Altona